Diese Einkaufsposition verbindet Beschaffung mit einem klaren Nachhaltigkeitsauftrag: Ausschreibungen steuern, Lieferanten auswählen und Verhandlungen führen – und dafür sorgen, dass ESG-Kriterien bei jeder Beschaffungsentscheidung tatsächlich ins Gewicht fallen. Im Arbeitsalltag führen Sie RFI- und RFQ-Verfahren durch, bewerten Angebote nach Kosten, Qualität und Risiko und behalten die Lieferantenleistung im Blick.
Das Besondere an der Position ist das EcoVadis-Programm. Sie steuern die Lieferantenbewertungen, unterstützen Anbieter dabei, ihre Ergebnisse zu verbessern, und beziehen die Bewertungen in Einkaufsentscheidungen ein. So wird Nachhaltigkeit vom bloßen Pflichtpunkt zum wirtschaftlichen Hebel. Wer den tatsächlichen Einfluss der Beschaffung verbessern möchte, findet hier viel Gestaltungsspielraum.
Die Position passt zu jemandem, der oder die mindestens drei Jahre Einkaufsprozesse verantwortet hat, fließend Französisch spricht und wirklich motiviert ist, verantwortungsvolle Beschaffung in einem großen Ingenieur- und Beratungsunternehmen voranzubringen.
Job-FAQs
Was sind die wichtigsten Aufgaben und Verantwortlichkeiten in dieser Position?
Die Kernaufgabe besteht darin, verantwortungsvolle Beschaffung in die Praxis umzusetzen, statt sie als bloßes Ziel zu formulieren. Dazu gehört der gesamte Beschaffungsprozess – von der Lieferantensuche über RFI/RFQ und die Auswertung von Ausschreibungen bis hin zu Verhandlungen und Vertragsabschlüssen. Gleichzeitig werden systematisch ökologische, soziale und Governance-Kriterien berücksichtigt. Im Lieferantenmanagement strukturieren und überwachen Sie das Lieferantenportfolio, bewerten die Leistung anhand von Kosten, Qualität, Lieferzeiten und ESG-Kriterien und identifizieren Alternativen, um Abhängigkeiten und Risiken zu verringern.
Ein besonderer Schwerpunkt der Position ist das EcoVadis-Programm. Sie führen Lieferantenbewertungen ein und begleiten sie, legen Verbesserungsziele fest, unterstützen Lieferanten dabei, ihre Bewertungen zu verbessern, und beziehen die Ergebnisse in konkrete Beschaffungsentscheidungen ein. Hinzu kommen das Management von RSE-KPIs – CO₂, Ethik, Compliance und Lieferantenbewertungen – sowie die Berichterstattung an die Konzernebene.
Die Position umfasst außerdem eine klare Vermittlungs- und Aktivierungskomponente: Sie schulen und sensibilisieren Einkäufer:innen und interne Bedarfsträger:innen, wirken an Audits und Compliance-Maßnahmen mit und übertragen die RSE-Strategie der Gruppe in die Praxis in Frankreich. Die Rolle ist bewusst bereichsübergreifend angelegt. Einflussvermögen und die Fähigkeit, Inhalte verständlich zu vermitteln, sind daher ebenso wichtig wie analytische Genauigkeit.
Welche wichtigen Lernmöglichkeiten bietet diese Position?
Der greifbarste Kompetenzzuwachs ist fundierte praktische Erfahrung mit der EcoVadis-Methodik und der ESG-Bewertung von Lieferanten. Diese Fähigkeit ist in Einkaufsabteilungen zunehmend gefragt, auf dem Arbeitsmarkt aber noch relativ selten. Sie lernen, wie Bewertungen zustande kommen, überprüft und verbessert werden und wie sich daraus Argumente für Verhandlungen ableiten lassen.
Darüber hinaus erhalten Sie Einblicke in Referenzrahmen wie ISO 20400 für nachhaltige Beschaffung und ISO 26000 für gesellschaftliche Verantwortung sowie in die praktische Entwicklung von RSE-Kennzahlensystemen – etwa zur CO₂-Bilanzierung auf Lieferantenebene und zu Ethik- und Compliance-Indikatoren. Die Arbeit in einer großen internationalen Gruppe vermittelt Ihnen außerdem, wie sich eine zentral entwickelte Strategie vor Ort umsetzen lässt, ohne ihre Einheitlichkeit zu verlieren.
Schließlich stärkt der bereichsübergreifende Charakter der Position Ihre Kompetenzen im Stakeholder-Management und im Veränderungsmanagement. Einkäufer:innen, deren Erfolg an Kosten gemessen wird, davon zu überzeugen, dass ESG-Kriterien auch wirtschaftlich relevant sind, erfordert echtes Überzeugungsgeschick – eine Fähigkeit, die sich gut auf spätere Führungsaufgaben in den Bereichen Nachhaltigkeit oder Beschaffung übertragen lässt.
Was zeichnet die ideale Kandidatin oder den idealen Kandidaten aus (Erfahrung, Kompetenzen)?
Voraussetzung ist ein Abschluss auf Bac+5-Niveau in Beschaffung, Nachhaltigkeit, nachhaltiger Entwicklung, Wirtschaft oder Ingenieurwesen sowie mindestens drei Jahre Berufserfahrung im Einkauf. Neben dem Abschluss zählt vor allem fundierte Erfahrung mit Beschaffungsprozessen – Lieferantensuche, Verhandlungen und Vertragsabschlüsse –, denn es handelt sich nicht um eine reine Beratungsfunktion im Bereich CSR.
Im Bereich Nachhaltigkeit bringt die ideale Person entweder direkte ESG-Erfahrung oder eine ausgeprägte Lernbereitschaft mit sowie ein grundlegendes Verständnis einschlägiger Vorschriften und Standards wie ISO 20400 und ISO 26000. Zahlenaffinität ist ebenfalls wichtig: Die Definition und Nachverfolgung von KPIs gehören zum Kern der Aufgabe. Sicherer Umgang mit Daten und Berichtswesen wird daher vorausgesetzt.
Soziale Kompetenzen haben hier einen besonderen Stellenwert, denn die Position ist ein Bindeglied zwischen zentraler Strategie und den operativen Einkaufsteams. Analytisches Denken, Genauigkeit, Selbstständigkeit und Eigeninitiative sind gefragt – ebenso wie Kommunikationsstärke und die Fähigkeit, Inhalte verständlich zu vermitteln. Sie müssen beispielsweise erklären können, warum eine schwache EcoVadis-Bewertung eines Lieferanten die Vergabeentscheidung beeinflussen sollte. Sehr gute Französischkenntnisse sind zwingend erforderlich; berufliche Englischkenntnisse werden dringend empfohlen, da die Gruppe in 29 Ländern tätig ist.
Tipps, um sich von anderen Bewerbungen abzuheben und erfolgreich zu sein
Stellen Sie in Ihrem Lebenslauf zunächst Ihre Erfolge im Einkauf heraus – nicht Ihre Nachhaltigkeitskenntnisse. Bei der Vorauswahl wird wahrscheinlich zuerst geprüft, ob Sie als Einkäufer:in überzeugen: Wie viele Ausschreibungen haben Sie durchgeführt? Welche Ausgabenkategorien verantwortet? Welche Einsparungen erzielt und Risiken reduziert? Machen Sie diese Erfolge im oberen Drittel Ihres Lebenslaufs sichtbar, bevor Sie auf Ihre ESG-Erfahrung eingehen.
Schlagen Sie anschließend gezielt die Brücke zur Nachhaltigkeit. Wenn Sie mit EcoVadis gearbeitet haben, quantifizieren Sie Ihre Ergebnisse: verbesserte Bewertungen, eingebundene Lieferanten oder die Berücksichtigung von Ratings in Vergabekriterien. Fehlt Ihnen diese Erfahrung, zeigen Sie verwandte Kenntnisse – etwa die Gewichtung von CSR-Kriterien in Ausschreibungen, Lieferantenaudits, Vertrautheit mit ISO 20400 oder ein konkretes eigenes Projekt. In der Ausschreibung wird ausdrücklich ausgeprägte Lernbereitschaft als Alternative zu direkter RSE-Erfahrung genannt. Belegen Sie diese Bereitschaft daher mit konkreten Beispielen statt mit bloßen Schlagworten.
Bereiten Sie sich im Vorstellungsgespräch auf eine Fallfrage zum Spannungsfeld zwischen Kosten und ESG vor: Wie würden Sie mit einem günstigeren Lieferanten umgehen, dessen Bewertung schlecht ausfällt? Überlegen Sie auch, wie Sie Bedarfsträger:innen und Einkäufer:innen für neue Kriterien gewinnen würden. Sehr gute Französischkenntnisse sind unverzichtbar. Ein Anschreiben auf Französisch oder zumindest eine kurze Zusammenfassung in französischer Sprache unterstreicht Ihre Eignung für das Einkaufsteam in Frankreich – auch wenn sich die Stelle in Tanger befindet.
Auf welche Nachhaltigkeitsthemen des Unternehmens wird sich die Position voraussichtlich konzentrieren?
Der Schwerpunkt liegt auf der Lieferkette und nicht auf dem eigenen betrieblichen Fußabdruck von Expleo. Als Engineering- und Beratungsgruppe entstehen die wesentlichen indirekten Umweltauswirkungen von Expleo durch eingekaufte Waren und Dienstleistungen. Der Einkauf ist daher der wirksamste Hebel für konkrete Verbesserungen – und genau hier setzt diese Position an.
Konkret dürfte es vor allem um die ESG-Bewertung von Lieferanten mithilfe von EcoVadis, die Aufnahme ökologischer und sozialer Kriterien in Ausschreibungen und Verträge sowie den Aufbau von Einkaufskennzahlen zu CO₂, Ethik und Compliance gehen. Auch die Kreislaufwirtschaft wird ausdrücklich angesprochen – etwa durch regionale Lieferketten, Recycling und umweltschonendere Alternativen. Das deutet darauf hin, dass die Aufgabe über reine Bewertungen hinausgeht und auch die Beschaffungsstrategie umfasst.
Im Bereich Governance fließen die Ergebnisse in die Berichterstattung auf Konzernebene ein. Die Position wirkt zudem an Audits und Compliance-Arbeit mit und trägt dazu bei, die zentrale RSE-Strategie mit ihrer Umsetzung in Frankreich in Einklang zu bringen. Neben Umweltaspekten dürften auch soziale Themen eine Rolle spielen – etwa die Ethik und Compliance von Lieferanten sowie möglicherweise Vielfalt und Arbeitsstandards im Lieferantenportfolio. Das entspricht dem umfassenden ESG-Verständnis, das sich durch die gesamte Ausschreibung zieht.
Mit welchen zentralen Herausforderungen könnte man in dieser Position konfrontiert sein?
Die grundlegende Herausforderung ist das klassische Spannungsfeld zwischen Beschaffung und Nachhaltigkeit. Einkäufer:innen und Bedarfsträger:innen werden vor allem an Kosten und Lieferfähigkeit gemessen, während diese Position Kriterien einbringt, die Preise erhöhen oder Lieferzeiten verlängern können. Dafür immer wieder zu argumentieren, ohne gegenüber den Einkaufsteams weisungsbefugt zu sein, erfordert Geduld und Glaubwürdigkeit statt Eskalation.
Eine zweite Schwierigkeit ist der unterschiedliche Reifegrad der Lieferanten. Vielen Anbietern – insbesondere kleineren – fehlt eine EcoVadis-Bewertung oder sie fällt schwach aus. Verbesserungen brauchen Zeit, intensive Zusammenarbeit und die Bereitschaft der Lieferanten, selbst zu investieren. Deshalb lassen sich Verbesserungsziele möglicherweise nicht immer fristgerecht erreichen, selbst wenn der Prozess gut organisiert ist.
Schließlich ist auch der Aufwand für Daten und Berichterstattung nicht zu unterschätzen. RSE-Kennzahlen wie CO₂, Ethik und Compliance lassen sich weniger einfach zuverlässig erheben als Preise oder Lieferzeiten. Ihre Zusammenführung für die Berichterstattung an die Gruppe bringt zusätzliche administrative Komplexität mit sich. Diese Genauigkeit mit dem Tagesgeschäft aus Ausschreibungen und Verhandlungen zu vereinbaren, ist eine echte Herausforderung.
Wie könnte ein typischer Arbeitstag in dieser Position aussehen?
Ein typischer Arbeitstag verbindet operative Beschaffungsaufgaben mit nachhaltigkeitsbezogener Beziehungsarbeit. Am Vormittag könnten Sie eingegangene Angebote anhand von Kosten-, Qualitäts- und Risikokriterien analysieren, eine Verhandlung vorbereiten oder Vertragsbedingungen mit einem Lieferanten abschließen. Dazwischen stimmen Sie sich mit internen Bedarfsträger:innen ab, um Anforderungen zu klären und Spezifikationen festzulegen – dabei müssen ESG-Kriterien häufig erläutert und verteidigt werden.
EcoVadis und das Lieferantenmanagement nehmen einen erheblichen Teil der Woche ein: Sie prüfen Scorecards, fordern fehlende Unterlagen an, bereiten Rückmeldungen für Lieferanten vor, die ihre Bewertung verbessern müssen, oder aktualisieren das Dashboard des Lieferantenportfolios. Hinzu kommen regelmäßige Gespräche mit dem Einkaufsteam und seltener mit Ansprechpartner:innen auf Konzernebene, um sicherzustellen, dass die Umsetzung in Frankreich mit der zentralen Strategie übereinstimmt. Auch regelmäßige Berichtszyklen gehören dazu.
Die Position umfasst außerdem eine Vermittlungs- und Aktivierungskomponente. Dazu gehören Informationsveranstaltungen, interne Kommunikation und kurze Schulungen für Einkäufer:innen und Fachbereiche. Der Arbeitsalltag ist abwechslungsreich: Fristen für Ausschreibungen und Berichte sorgen für arbeitsintensive Phasen. In ruhigeren Zeiten stehen die Neustrukturierung des Lieferantenportfolios, Recherchen zur Beschaffung und die Nachverfolgung von Verbesserungsplänen im Vordergrund.
Welche Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bietet diese Position?
Der naheliegendste Karriereweg führt tiefer in den Bereich verantwortungsvolle Beschaffung – vom oder von der Länderreferent:in hin zu einer regionalen oder konzernweiten ESG-Einkaufsfunktion. Dafür spricht auch, dass die Strategie bereits zentral gesteuert wird und kompetente Fachkräfte gefragt sind, um sie auf weitere Länder auszuweiten. Die hier aufgebaute EcoVadis-Expertise lässt sich branchenübergreifend einsetzen und ist zunehmend gefragt.
Auch ein Wechsel in angrenzende Bereiche ist in beide Richtungen möglich. Fachkräfte aus dem Einkauf können in ein umfassenderes Kategorienmanagement mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit wechseln; Personen mit ESG-Hintergrund können sich in Richtung Nachhaltigkeit in der Lieferkette, CSR-Berichterstattung oder Beratung weiterentwickeln. Die Arbeit auf Konzernebene und die Verantwortung für das Reporting schaffen Sichtbarkeit über Frankreich hinaus.
Weiterentwicklung ergibt sich außerdem aus den bereichsübergreifenden Projekten selbst: KPI-Systeme entwickeln, einen Lieferantenpool strukturieren oder ein Verbesserungsprogramm leiten – solche Ergebnisse machen sich im Lebenslauf besonders gut. Bei einem Unternehmen der Größe von Expleo mit Aktivitäten in 29 Ländern ist ein interner Wechsel in eine internationale Position mittelfristig eine realistische Perspektive für leistungsstarke Mitarbeitende.
Die wichtigsten Ansprechpartner:innen
Am engsten arbeitet man mit dem französischen Einkaufsteam und den dortigen Einkäufer:innen zusammen, denn verantwortungsvolle Beschaffung setzt voraus, dass neue Kriterien im Arbeitsalltag Anwendung finden. Häufiger Austausch findet auch mit den internen Fachbereichen statt, die ihren Bedarf definieren. Sie müssen begleitet und überzeugt, nicht einfach angewiesen werden. In diesen beiden Gruppen liegt der Schwerpunkt der Überzeugungsarbeit.
Auf Lieferantenseite steht die Position während Ausschreibungen, Verhandlungen und der EcoVadis-Nachverfolgung in direktem Austausch mit den Anbietern. Dazu gehören auch anspruchsvollere Gespräche über schwache Bewertungen und Verbesserungspläne. Das Spektrum reicht von großen Konzernen bis hin zu kleineren Anbietern; Ton und Vorgehen müssen entsprechend angepasst werden.
Berichtet wird an die Leitung des französischen Einkaufs; zugleich besteht enger Kontakt zu den Verantwortlichen für die konzernweite RSE-Strategie, die den Rahmen vorgeben und die Berichte erhalten. Zu den weiteren Ansprechpartner:innen können insbesondere bei Risikomanagement und Konformitätsprüfungen die Bereiche Audit, Compliance und Finanzen gehören, außerdem externe Nachhaltigkeitsplattformen und gegebenenfalls Zertifizierungsstellen. Aufgrund des bereichsübergreifenden Charakters der Position ist das Stakeholder-Netzwerk breit, aber nicht besonders tief.
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