Sie verantworten die ESG-Compliance der Lieferanten von Anfang bis Ende. Sie betreuen JJA’s Lieferantenportfolio im Hinblick auf Sozial- und Umweltaudits, steuern die amfori-Plattform im Tagesgeschäft, analysieren Auditberichte und sorgen dafür, dass Korrekturmaßnahmen tatsächlich abgeschlossen werden – bei Bedarf auch mit Besuchen vor Ort. Außerdem treiben Sie die Einführung des unternehmenseigenen Good Living Score bei den Lieferanten voran.
Hier zeigt sich, ob JJA’s Nachhaltigkeitsversprechen trägt. Lieferketten für Bau- und Wohnprodukte sind bekanntermaßen schwer zu durchschauen. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Einkauf, asiatischen Lieferanten und den öffentlichen Verpflichtungen der Marken im Rahmen von The Good Living Project. Dabei machen Sie aus Auditbewertungen und Rohstoffnachweisen Informationen, auf die sich das Unternehmen verlassen kann.
Die Position passt zu jemandem, der bei einem BSCI-Audit auch erkennt, was nicht erfasst wird, Einkäufern selbstbewusst widerspricht und in derselben Woche sowohl eine Fabrikleitung schulen als auch ein Vertriebsteam informieren kann.
Job-FAQs
Was sind die zentralen Aufgaben und Verantwortlichkeiten in dieser Position?
In dieser Position schließen Sie die Lücke zwischen den im Rahmen von The Good Living Project formulierten ESG-Verpflichtungen von JJA und der tatsächlichen Praxis im Lieferantennetzwerk. Im Arbeitsalltag bedeutet das, die amfori-Plattform zu verwalten, Inhaberinnen und Inhaber des Responsible Supply Practitioner (RSP) im Blick zu behalten und dafür zu sorgen, dass die Auditabdeckung nach BSCI und BEPI kontinuierlich wächst. Eingehende Auditberichte prüfen Sie nicht nur auf ihre Gesamtbewertung, sondern vor allem auf ihre Glaubwürdigkeit: Sie gleichen Ergebnisse ab, markieren Unstimmigkeiten und verfolgen Korrekturmaßnahmen so lange nach, bis die Nachweise belastbar sind.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das interne Tool The Good Living Score. Sie nehmen Lieferanten darin auf, schulen sie und erfassen Nachweise zu Materialien, Prozessen und Zertifizierungen, damit die zugrunde liegende Materialdatenbank zuverlässiger wird. Auch das Berichtswesen gehört dazu – insbesondere die Pflege verlässlicher RSE-Daten in Power BI, damit Entscheidungen auf einer soliden Datengrundlage getroffen werden.
Der dritte Aufgabenbereich ist stärker auf Zusammenarbeit und den direkten Austausch ausgerichtet: Voraudits und Standortbesuche, Schulungen für die asiatischen Teams und Lieferanten von JJA sowie die Vertretung des Unternehmens gegenüber Partnern wie amfori Asia oder FSC China. Der Erfolg wird anhand konkreter Kennzahlen bewertet: mehr Fabriken mit Audits, deren Ergebnis über C liegt, eine stärkere Integration von TGLS in die verschiedenen Produktkategorien sowie eine messbare Zunahme der Selbstständigkeit von Lieferanten und Mitarbeitenden bei den Grundlagen von BSCI, BEPI und TGLS.
Welche wichtigen Lernmöglichkeiten bietet diese Stelle?
Am deutlichsten können Sie Ihre Kenntnisse zu sozialen und ökologischen Auditstandards vertiefen – darunter BSCI, BEPI, ISO 14001 und SA8000. Das geht über das hinaus, was außerhalb einer Auditgesellschaft häufig möglich ist: Sie lernen, Berichte kritisch zu prüfen, Greenwashing in Lieferantendokumenten zu erkennen und Korrekturmaßnahmen zu entwickeln, die einer genauen Prüfung standhalten. Die Verwaltung der amfori-Plattform ist eine konkrete, übertragbare Kompetenz, die bei französischen Importeuren und Handelsunternehmen stark gefragt ist.
Da JJA ein mittelständischer Familienkonzern und kein Großunternehmen ist, ist das Aufgabenspektrum breit. Sie erhalten voraussichtlich Einblicke in Datenqualität und BI-Berichterstattung, die Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen, Zertifizierungssysteme und den praktischen Betrieb eines unternehmenseigenen Bewertungstools für Lieferanten. Die geforderten Kenntnisse zu chinesischem und französischem Arbeitsrecht sowie den jeweiligen kulturellen Gegebenheiten lassen auf eine intensive Auseinandersetzung mit den Realitäten der Beschaffung in Asien schließen – von Verhandlungen und Schulungen bis hin zur interkulturellen Vermittlung, statt ausschließlich aus der Ferne Audits durchzuführen.
Mentoring ist möglicherweise weniger formalisiert als in einer großen ESG-Beratung, dafür sind Sie stärker sichtbar. Wenn Sie gemeinsam mit den Einkaufs-, Angebots- und Vertriebsteams Fälle von Nichteinhaltung durch Lieferanten bearbeiten, entwickeln Sie ein seltenes Hybridprofil: Sie vertreten ESG-Anforderungen konsequent und sprechen zugleich die operative Sprache von Einkauf und Handel.
Wie sieht die ideale Kandidatin oder der ideale Kandidat aus (Erfahrung, Kompetenzen)?
Vorausgesetzt werden ein Bac+5-Abschluss und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in einer vergleichbaren Position in den Bereichen Compliance, Audit oder verantwortungsvolle Beschaffung – idealerweise im Einzelhandel, Import, Textilbereich, bei Haushaltswaren oder in der industriellen Lieferkette. Das angegebene Studienfach („informatique“) scheint nicht unmittelbar zur Stelle zu passen. Wahrscheinlich wichtiger ist nachweisbare praktische Erfahrung mit BSCI, BEPI, ISO 14001 oder SA8000 sowie die Sicherheit, Auditberichte zu lesen und kritisch zu hinterfragen.
Fachlich sollten Sie analytisch stark sein: verschiedene Datenquellen miteinander abgleichen, klar formulieren sowie sicher mit PowerPoint und Excel arbeiten. Erfahrung mit Power BI ist für das Berichtswesen ein Plus. Fließende Französisch- und Englischkenntnisse sind unverzichtbar, da die Position die Aktivitäten im Raum Saint-Ouen mit Lieferanten in Asien verbindet. Chinesischkenntnisse sind angesichts des ausdrücklichen Bezugs zum chinesischen Arbeitsrecht ein echter Vorteil.
Auch persönliche Eigenschaften sind entscheidend. Gefragt sind pädagogisches Geschick und eine gute Kommunikationsfähigkeit: Sie schulen Lieferanten und interne Teams, statt sie lediglich zu kontrollieren. Dazu kommen diplomatisches Geschick, Neugier, Belastbarkeit und die Fähigkeit, gegenüber dem Einkauf klare Positionen zu vertreten, ohne die Zusammenarbeit zu gefährden. Mit einer dogmatischen Haltung wird es schwierig; wer zu nachgiebig ist, wird der Aufgabe ebenfalls nicht gerecht.
Tipps, um sich von anderen Bewerbungen abzuheben und erfolgreich zu bewerben
Stellen Sie konkrete Nachweise in den Vordergrund, nicht bloß Ihre Positionierung. Belegen Sie Ihren Lebenslauf möglichst mit Zahlen: etwa mit der Zahl der betreuten Audits, verbesserten Abdeckungsquoten, abgeschlossenen Korrekturmaßnahmen oder Fortschritten bei BSCI-/BEPI-Bewertungen. Wenn Sie Erfahrung mit der amfori-Plattform haben, nennen Sie diese ausdrücklich – das ist eine spezielle, gezielt suchbare Qualifikation und dürfte im Auswahlverfahren als Filter dienen.
Da chinesisches Arbeitsrecht und interkulturelle Kompetenz ungewöhnlich deutlich erwähnt werden, sollten Sie Ihre Asien-Erfahrung gezielt herausstellen: Besuche bei Lieferanten, Werksaudits oder Schulungen auf Chinesisch beziehungsweise mit chinesischen Ansprechpartnern. Wenn Sie Mandarin sprechen, sollte das im ersten Drittel Ihres Lebenslaufs stehen. Stellen Sie im Anschreiben einen direkten Bezug zum The Good Living Project und den drei Marken Atmosphera, Hespéride und 5five her. Zeigen Sie, dass Sie die besonderen ESG-Risiken bei Heim- und Gartenprodukten kennen – etwa bei Materialien, Kunststoffen und Textillieferketten.
Im Vorstellungsgespräch dürften Fragen dazu kommen, wie Sie mit einem Lieferanten umgehen, der ein Audit nicht besteht, oder mit einem Einkäufer, der Sie dazu drängt, einen Befund abzuschwächen. Bereiten Sie eine strukturierte Antwort vor, die sowohl Konsequenz als auch diplomatisches Geschick erkennen lässt. Wenn Sie die Leistungskennzahlen aus der Stellenbeschreibung recherchieren und skizzieren, wie Sie eine davon im ersten Jahr verbessern würden, demonstrieren Sie den ausdrücklich geforderten Gestaltungswillen. Das Unternehmen zeigt sich zudem offen für nicht-lineare Lebensläufe. Eine überzeugende Begründung, warum Sie diese Position und Branche reizt, ist daher wichtiger als ein perfekt passender Lebenslauf.
Auf welche Aspekte der Nachhaltigkeit im Unternehmen wird sich diese Position voraussichtlich konzentrieren?
Die Position ist klar im Bereich Sozial- und Umweltstandards der ESG-Agenda von JJA angesiedelt – in der Säule „produire mieux“ des The Good Living Project. Konkret geht es um die Sorgfaltspflicht in der Lieferkette: BSCI-Sozialaudits und BEPI-Umweltaudits sollen auf die Fabriken ausgeweitet werden, in denen Heim-, Garten- und Tischwaren für die Marken Atmosphera, Hespéride und 5five hergestellt werden.
Neben den Audits geht es auch um Nachhaltigkeit auf Produktebene. Das Instrument The Good Living Score soll ESG-Kriterien in Produktkategorien verankern – von Rohstoffen und Herstellungsverfahren bis hin zu Labels und Innovation. Nachhaltigkeit wird damit zu einem Faktor bei Beschaffung und Produktgestaltung, statt erst nachträglich in die Berichterstattung einzufließen. In diesem Bereich kann die Position beeinflussen, welche Materialien JJA einkauft – und nicht nur, wie sich Lieferanten verhalten.
Abgerundet wird das Aufgabenfeld durch Governance und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Anspruchsgruppen. Dazu gehören voraussichtlich die Maßnahmenpläne aus der jährlichen Achats-&-RSE-Befragung, die Zusammenarbeit mit amfori Asia und FSC China sowie die Beantwortung von ESG-Fragen aus Vertriebsteams und von B2B-Kunden. Als Großimporteur aus Asien ist JJA in seiner Lieferkette erheblichen Umwelt- und Sozialrisiken ausgesetzt – und diese Position trägt maßgeblich dazu bei, sie zu steuern.
Vor welchen größten Herausforderungen könnte jemand in dieser Position stehen?
Die größte Herausforderung dürfte darin bestehen, ohne Weisungsbefugnis Einfluss zu nehmen. Sie müssen Einkäufer und Teams, die Sortimente verantworten, dazu bewegen, bei Verstößen von Lieferanten aktiv zu werden – auch wenn dies Kosten, Lieferzeiten oder die Produktverfügbarkeit beeinträchtigen kann. Wenn Auditergebnisse mit dem kommerziellen Druck kollidieren, braucht es Glaubwürdigkeit und Verhandlungsgeschick, nicht nur Prozesse. Lieferanten in Asien betrachten Audits möglicherweise auch als reine Formsache; das zu erkennen, erfordert Beharrlichkeit.
Auch die Datenqualität sorgt immer wieder für Reibung. amfori-Datensätze, TGLS-Einträge, Power-BI-Dashboards und von Lieferanten eingereichte Nachweise passen selten nahtlos zusammen. Sie abzugleichen kostet Zeit; die Kennzahl „Zuverlässigkeit der Daten“ existiert nicht ohne Grund. Standortbesuche und Schulungen über verschiedene Zeitzonen hinweg erhöhen den organisatorischen Aufwand. In der Stellenanzeige werden deshalb ausdrücklich Belastbarkeit und Flexibilität als wichtige Eigenschaften genannt.
Die Zusammenarbeit zwischen der französischen Zentrale und den asiatischen Lieferketten erfordert zudem, Erwartungen, rechtliche Rahmenbedingungen und die Aussagekraft von Zertifikaten zu vermitteln. Der ausdrückliche Hinweis auf chinesisches Arbeitsrecht zeigt, dass es bei Compliance um komplexe Sachverhalte geht – nicht um bloßes Abarbeiten von Vorgaben. Fortschritte bei den Auditbewertungen lassen sich oft erst nach mehreren Quartalen, manchmal sogar Jahren, messen. Die Rolle verlangt daher ebenso viel Geduld wie Tatkraft.
Wie könnte ein typischer Arbeitstag in dieser Position aussehen?
Der Morgen beginnt vermutlich auf der amfori-Plattform: neue Auditberichte prüfen, RSP-Datensätze aktualisieren und kontrollieren, ob die Korrekturmaßnahmen vorankommen. Anschließend könnte ein kurzes Gespräch mit dem Einkauf oder den Teams für die Sortimentsgestaltung anstehen – etwa um auf einen Lieferanten mit nachlassender Compliance hinzuweisen oder eine Beschaffungsentscheidung zu klären, die an ESG-Auflagen hängt.
Mittags könnten interne Besprechungen zum The Good Living Score, zum Datenabgleich oder zur Vorbereitung von Schulungsunterlagen für Lieferanten und asiatische Kolleginnen und Kollegen folgen. Am Nachmittag stehen möglicherweise Gespräche mit externen Partnern an – etwa mit amfori-Vertretungen, Zertifizierungsstellen oder einem Lieferanten im Rahmen einer Einführung in TGLS. Alternativ prüfen Sie eingereichte Nachweise zu Materialien und Zertifizierungen.
Bei anstehenden Reisen sieht der Arbeitstag ganz anders aus: Standortbesuche und Vorab-Audits, Rundgänge durch Fabriken, Gespräche mit der Lieferantenleitung und Dokumentation vor Ort. Zwischen diesen beiden Arbeitsweisen variiert der Wochenrhythmus. Besonders arbeitsintensiv dürfte es rund um den jährlichen Beschaffungs- und RSE-Erhebungszyklus sowie vor den Fristen der Auditkampagnen werden.
Welche Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bietet diese Position?
Der naheliegendste Entwicklungspfad führt tiefer in die verantwortungsvolle Steuerung von Lieferketten: von der operativen Compliance-Arbeit hin zur strategischen Verantwortung, während das The Good Living Project weiter wächst. Denkbar ist auch eine Spezialisierung auf ESG auf Produktebene, Rückverfolgbarkeit oder die Transformation der Beschaffung. Bei einem Unternehmen von der Größe JJA kann diese Entwicklung vergleichsweise schnell gehen, denn der Bereich wird noch weiter ausgebaut.
Auch ein Wechsel in angrenzende Bereiche ist möglich. Einkauf, Qualität, Produktentwicklung und CSR-Kommunikation liegen nahe; durch die bereichsübergreifende Zusammenarbeit in dieser Position sind solche Schritte realistisch. Extern ist das Profil ebenfalls gefragt: Erfahrung mit amfori, praktische BSCI-/BEPI-Auditkenntnisse und Einblicke in asiatische Lieferketten lassen sich auf andere Importeure, Handelsunternehmen oder ESG-Prüforganisationen übertragen.
Ein weniger offensichtlicher Entwicklungsvorteil ist die vielseitige Glaubwürdigkeit, die Sie aufbauen. Nur wenige Nachhaltigkeitsfachleute verbinden fundierte Auditkenntnisse mit Datenkompetenz und Geschäftssinn. Wer mit Einkäufern über Margen und mit NGOs über Arbeitsstandards sprechen kann, ist schwer zu ersetzen. Die Sichtbarkeit im Unternehmen durch die Zusammenarbeit mit mehreren Marken erhöht zudem die Chance, künftig umfassendere Aufgaben zu übernehmen.
Die wichtigsten Ansprechpartner, mit denen Sie zusammenarbeiten könnten
Am engsten arbeiten Sie mit den Einkaufs- und Sortiments-Teams zusammen. Sie tauschen Daten zur Compliance der Lieferanten aus und sind sich gelegentlich nicht einig – die Zusammenarbeit ist partnerschaftlich, kann aber auch Eskalationen erfordern. Interne RSE-Kolleginnen und -Kollegen sowie die Verantwortlichen für die Strategie von The Good Living Project sind auf Ihre Erkenntnisse aus der Praxis und verlässliche Daten angewiesen. Die Vertriebsteams wenden sich mit ESG-Fragen von Kunden an Sie und erwarten belastbare Antworten.
Auf externer Seite sind Lieferanten und die Verantwortlichen in ihren Fabriken zentrale Ansprechpartner. Sie schulen und auditieren sie und vereinbaren Korrekturmaßnahmen. Die Zusammenarbeit ist zugleich beratend und konfliktträchtig. Außerdem arbeiten Sie mit asiatischen Kolleginnen und Kollegen bei JJA zusammen und vermitteln ihnen die Grundsätze verantwortungsvoller Beschaffung – sie sind also sowohl Zielgruppe als auch operative Partner.
Zum weiteren Kreis gehören amfori und dessen Vertretungen in Asien, Zertifizierungsstellen und Programme wie FSC China sowie gegebenenfalls Kunden oder Auditoren, die JJA’s ESG-Aussagen überprüfen. Die Steuerung verschiedener Anspruchsgruppen wird ausdrücklich als Kompetenz genannt. Das spiegelt den Arbeitsalltag wider: Sie vermitteln zwischen kaufmännischen, operativen und normativen Anforderungen – oft innerhalb desselben Gesprächs.
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