Watershed sucht einen Climate Data Scientist für das Methodology-Team. In dieser Position gestalten Sie die wissenschaftliche Grundlage der Nachhaltigkeitsplattform für Unternehmen. Im Arbeitsalltag übersetzen Sie Regeln zur Treibhausgasbilanzierung, sich wandelnde Berichtsstandards und Erkenntnisse aus der Nachhaltigkeitswissenschaft in die Produktlogik, mit der Kunden tatsächlich arbeiten.
Die Position ist wichtig, denn verlässliche CO₂-Bilanzierung ist die Grundlage für eine tatsächliche Dekarbonisierung. Die Unternehmenskunden von Watershed stützen sich auf diese Methoden, um prüfungssichere Treibhausgasbilanzen und belastbare CSRD-Berichte zu erstellen. Die wissenschaftliche Sorgfalt in dieser Position hat daher direkten Einfluss darauf, ob Unternehmen ihre Emissionen messen, den Ergebnissen vertrauen und sie senken können.
Die Position passt zu Ihnen, wenn Sie sich mit dem GHG Protocol bestens auskennen, gerne Python-Code und technische Spezifikationen lesen und methodische Entscheidungen ebenso gern Ingenieurinnen und Ingenieuren, Auditoren und Kunden erklären – auch alles innerhalb derselben Woche.
Job-FAQs
Was sind die wichtigsten Aufgaben und Verantwortlichkeiten in dieser Position?
Die Kernaufgabe besteht darin, die wissenschaftliche Integrität der in Watershed integrierten Nachhaltigkeitsmethoden sicherzustellen. Konkret bedeutet das, das GHG Protocol, branchenspezifische Leitlinien und neue regulatorische Anforderungen – darunter CSRD und ESRS – in eine Produktlogik zu übersetzen, die fundiert, auditierbar und für Kund:innen ohne Spezialwissen nutzbar ist. Die Position verbindet Wissenschaft und Software: Es geht also nicht um abstrakte Forschung. Jede Entscheidung fließt direkt in Funktionen ein, mit denen Unternehmen ihre Treibhausgasbilanzen und Berichte erstellen.
Neben der Pflege bestehender Methoden untersucht der Climate Data Scientist komplexe Fragen von Kund:innen und zum Produkt, bei denen Bilanzierungsregeln, Datenqualität und Geschäftskontext ineinandergreifen. Dazu gehört, praxistaugliche Ansätze für unvollständige und uneinheitliche Daten zu entwickeln, technische Spezifikationen zu verfassen, Code-Implementierungen zu prüfen und Tests mitzuentwickeln, die die wissenschaftliche Korrektheit absichern. Außerdem wirken Sie an internen Methodenstandards mit und dokumentieren die Gründe für getroffene Entscheidungen, damit Auditor:innen und Prüfende diese nachvollziehen können.
Ein wesentlicher Teil der Arbeit besteht darin, Methoden verständlich zu vermitteln: Sie arbeiten mit den Go-to-Market- und kundennahen Teams zusammen, um methodische Entscheidungen klar zu erklären, und tragen dazu bei, die Weiterentwicklung der Watershed-Plattform an veränderte Standards und den wissenschaftlichen Konsens anzupassen.
Welche wichtigen Lernmöglichkeiten bietet diese Position?
Die Position bietet ungewöhnlich tiefe Einblicke in die Praxis der betrieblichen CO₂-Bilanzierung. Sie erwerben fundierte praktische Kenntnisse des GHG Protocol Corporate Standard und des Scope 3 Standard und machen sich voraussichtlich auch mit neuen Rahmenwerken wie der Land Sector and Removals Guidance und aktualisierten ESRS vertraut. Da die Arbeit direkt in ein Produkt einfließt, lernen Sie außerdem, wie Standards in Software umgesetzt werden – und wie methodische Entscheidungen getestet, versioniert und im Rahmen von Audits begründet werden.
Die technische Lernkurve ist anspruchsvoll, wird aber begleitet. Sie müssen keine Softwareentwicklerin oder kein Softwareentwickler sein, sollten jedoch zunehmend sicher darin werden, Python-Code zu lesen, Implementierungsdetails nachzuvollziehen und bei Bedarf Konfigurationen oder Logik beizusteuern. Darüber hinaus sammeln Sie wahrscheinlich Erfahrungen mit Prüf- und Auditverfahren für Treibhausgasbilanzen und lernen LCA-Modelle, Emissionsfaktordatenbanken und die Architektur von Nachhaltigkeitssoftware kennen.
Sie profitieren von der engen Zusammenarbeit mit Softwareentwickler:innen, Data Scientists und Produktmanager:innen sowie von der internen Prüfungskultur des Methodology-Teams. Für Menschen mit wissenschaftlichem Hintergrund ist dies eine seltene Gelegenheit, akademische Expertise in produktionsreife Funktionen zu übertragen, die von großen Unternehmen genutzt werden.
Wie sieht die ideale Kandidatin oder der ideale Kandidat aus (Erfahrung, Kompetenzen)?
Die ideale Kandidatin oder der ideale Kandidat hat einen Master- oder Promotionsabschluss in Klimawissenschaften, Umweltwissenschaften, Nachhaltigkeit, Industrieökologie oder einem anderen quantitativen Fachgebiet sowie mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in der betrieblichen Nachhaltigkeit, CO₂-Bilanzierung, Nachhaltigkeitsberatung oder Klimastrategie – idealerweise in großen, komplexen Organisationen. Gesucht ist eine Verbindung aus wissenschaftlicher Tiefe und Produktverständnis: Sie verstehen nicht nur die wissenschaftlichen Grundlagen der Nachhaltigkeit, sondern auch, wie sie sich in unterschiedlichen Branchen, unter realen Datenbedingungen und in verschiedenen regulatorischen Kontexten anwenden lassen.
Fachlich beherrschen Sie den GHG Protocol Corporate Standard und den Scope 3 Standard im Detail und verstehen auch die Hintergründe der Regeln. Sie können Python-Code lesen und nachvollziehen und sind bereit, bei Bedarf selbst beizutragen. Kenntnisse in Prüfverfahren, LCA-Modellierung, Emissionsfaktordatenbanken oder Nachhaltigkeitssoftware sind ein großes Plus.
Ebenso wichtig sind die persönlichen Kompetenzen. Die Position erfordert systemisches Denken: Sie können Zusammenhänge zwischen Geschäfts- und Nachhaltigkeitssystemen erkennen und zugleich gezielt technische Lösungen mit großer Wirkung finden. Klare Kommunikation mit unterschiedlichsten Zielgruppen – von Wissenschaftler:innen und Auditor:innen bis zu Entwickler:innen und Kund:innen – ist unerlässlich. Ebenso wichtig ist eine pragmatische Herangehensweise an uneinheitliche Daten und konkurrierende Prioritäten.
Tipps, um sich von anderen Bewerbungen abzuheben und erfolgreich zu bewerben
Watershed entwickelt ein Produkt. Besonders überzeugend sind daher Bewerbungen, die zeigen, dass Sie wissenschaftliche Genauigkeit mit pragmatischer Umsetzung verbinden können. Listen Sie nicht einfach die Methoden auf, die Sie kennen. Beschreiben Sie stattdessen eine konkrete Situation, in der Sie einen Standard – etwa eine Abgrenzungsfrage zu einer Scope-3-Kategorie – in eine umsetzbare Lösung für ein Team übersetzt haben. Beispiele aus der Arbeit mit uneinheitlichen Unternehmensdaten, der Begründung methodischer Entscheidungen gegenüber Auditor:innen oder der Zusammenarbeit mit Entwickler:innen wirken deutlich stärker als allgemeine Nachhaltigkeitsqualifikationen.
Da das Methodology-Team an der Schnittstelle von Wissenschaft und Software arbeitet, sollten Sie auch Ihre technischen Kenntnisse ansprechen. Sie müssen keine Entwickler:in sein, sollten aber zeigen, dass Sie mit Code und Daten umgehen können. Relevant sind etwa Projekte, in denen Sie Analysen mit Python automatisiert, eine Implementierung geprüft oder eine technische Spezifikation erstellt haben. Falls Sie Erfahrung mit CO₂-Bilanzierungsmethoden, Emissionsfaktordatenbanken oder LCA-Modellen haben, heben Sie diese früh hervor – sie werden aus gutem Grund ausdrücklich als Plus genannt.
Richten Sie Ihre Bewerbung schließlich auf Watershed als Plattformanbieter und nicht als Beratungsunternehmen aus. Zeigen Sie, dass Sie verstehen, warum auditierbare, skalierbare Daten für Unternehmenskunden wichtig sind, die sich mit CSRD-Anforderungen und der Prüfung durch Investor:innen auseinandersetzen. Bereiten Sie sich darauf vor, zu erläutern, wie Sie bei einem konkreten methodischen Zielkonflikt vorgehen würden. Das Auswahlverfahren beginnt mit Gesprächen über Ihre Erfahrung und Interessen, bevor vertiefende Fachgespräche folgen.
Auf welche Aspekte der Nachhaltigkeit im Unternehmen dürfte sich diese Position vor allem konzentrieren?
Diese Position steht im Zentrum der Mission von Watershed: Unternehmen mit verlässlichen Daten dabei zu unterstützen, ihre tatsächlichen Auswirkungen zu messen und zu verringern. Im Mittelpunkt steht die CO₂-Bilanzierung von Unternehmen – dazu gehört, Methoden zu entwickeln und zu pflegen, die mit dem GHG Protocol übereinstimmen, und sicherzustellen, dass sie den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und regulatorischen Anforderungen entsprechen. Als Climate Data Scientist beeinflussen Sie unmittelbar, wie Emissionen über verschiedene Scopes, Branchen und Geschäftskontexte hinweg quantifiziert, kategorisiert und berichtet werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen und Berichtspflichten. Da sich Rahmenwerke wie CSRD und ESRS weiterentwickeln, benötigen Watersheds Kunden prüfungssichere Kennzahlen, die sowohl freiwillige als auch verpflichtende Berichtsanforderungen erfüllen. In dieser Position gestalten Sie, wie diese Standards in der Plattform umgesetzt werden – und prägen damit maßgeblich das Leistungsversprechen des Unternehmens und die Compliance-Strategien seiner Kunden.
Hinzu kommt ein breiteres Feld der Nachhaltigkeitswissenschaft, das unter anderem Leitlinien für den Landsektor, die Bilanzierung von CO₂-Entnahmen und branchenspezifische Methoden umfassen kann. Ziel ist es, die wissenschaftliche Grundlage der Plattform aktuell, belastbar und praxisnah zu halten, damit die Dekarbonisierungsmaßnahmen von Unternehmen auf Zahlen beruhen, die einer kritischen Prüfung standhalten.
Vor welchen Herausforderungen steht man in dieser Position?
Die größte Herausforderung ist wohl das Tempo, mit dem sich Nachhaltigkeitsstandards und wissenschaftlicher Konsens verändern. Das GHG Protocol, die ESRS und branchenspezifische Leitlinien werden laufend weiterentwickelt. In dieser Position gilt es nicht nur zu beurteilen, was eine Änderung wissenschaftlich bedeutet, sondern auch, wie und wann sie in ein Produkt einfließen sollte, das bereits im Einsatz ist. Dafür braucht es ein gutes Urteilsvermögen auch bei unsicherer Faktenlage: Kunden benötigen eine stabile Plattform ebenso wie aktuelle Inhalte.
Eine weitere Herausforderung sind die Daten selbst. Daten zur Nachhaltigkeit von Unternehmen sind häufig lückenhaft, unvollständig und zwischen Lieferanten und Geschäftsbereichen uneinheitlich. Es ist anspruchsvoll, praktikable Lösungen zu entwickeln, die wissenschaftliche Sorgfalt mit Benutzerfreundlichkeit und Prüfbarkeit verbinden. Dabei muss man Kompromisse eingehen, denn eine perfekte Lösung gibt es nicht immer. Gesucht wird ausdrücklich eine Person, die mit dieser Mehrdeutigkeit umgehen kann, ohne Abstriche bei der wissenschaftlichen Qualität zu machen.
Die dritte Herausforderung ist die Kommunikation. Methodische Entscheidungen müssen Ingenieurinnen und Ingenieuren, Auditoren, Prüfern, Kunden und internen Beteiligten überzeugend vermittelt werden – und alle bringen unterschiedliche Erwartungen mit. Die Arbeit in einer Python-Codebasis, ohne selbst Softwareentwickler zu sein, macht die Aufgabe zusätzlich komplex. Hinzu kommt, über mehrere Produktteams hinweg Fortschritte zu erzielen, obwohl deren Prioritäten miteinander konkurrieren.
Wie könnte ein typischer Arbeitstag in dieser Position aussehen?
Der Tag könnte mit einer Methodenbesprechung oder einem Stand-up mit Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Produktmanagerinnen und Produktmanagern beginnen. Dabei geht es etwa um ein Feature, für das ein Nachhaltigkeitsstandard in Produktlogik übersetzt werden muss. Ein großer Teil des Vormittags könnte der Codebasis gewidmet sein: Implementierungen prüfen, eine technische Spezifikation verfassen oder überarbeiten oder anhand von Testfällen kontrollieren, ob eine Berechnung korrekt funktioniert. Es handelt sich nicht um eine reine Forschungsposition – der Arbeitsalltag ist vielmehr von angewandter Wissenschaft in einem Produktunternehmen geprägt.
Am Nachmittag könnte es darum gehen, eine konkrete Kundenfrage zu untersuchen, bei der Bilanzierungsregeln, Datenqualität und geschäftlicher Kontext zusammenkommen. Anschließend werden die Überlegungen dokumentiert, damit andere sie nachvollziehen und wiederverwenden können. Regelmäßiger Austausch mit Teams aus den Bereichen Go-to-Market und Kundenbetreuung gehört ebenfalls dazu: Sie benötigen eine klare Erklärung der methodischen Entscheidungen. Darüber hinaus trägt die Position regelmäßig zu internen Standards bei, die die wissenschaftliche Qualität im gesamten Team weiter verbessern.
Die Aufgaben wechseln je nach Projektphase. In manchen Wochen stehen die Recherche zu Standards und das Verfassen von Texten im Vordergrund, in anderen die enge Zusammenarbeit mit der Entwicklung bei Umsetzung und Tests. Gelegentlich dürfte es auch vertiefende Gespräche mit Auditoren, Prüfern oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geben – insbesondere dann, wenn neue Leitlinien veröffentlicht werden.
Welche Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bietet diese Position?
Watershed wächst schnell in den Bereichen Klimadaten und Analytik. Die Position ist somit in einem strategisch wichtigen Bereich angesiedelt. Das Methodology-Team gilt als grundlegender Bestandteil des Unternehmens – engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürften daher intern große Sichtbarkeit erlangen. Die berufliche Entwicklung kann verschiedene Richtungen nehmen: eine fachliche Vertiefung in einer Principal- oder Lead-Rolle für Methoden, ein Wechsel ins Produktmanagement, um die Roadmap mit wissenschaftlicher Expertise mitzugestalten, oder eine Spezialisierung auf angrenzende Bereiche wie Data Science oder branchenspezifische Methoden.
Die fachliche Weiterentwicklung dürfte schnell und vielseitig sein. In dieser Position bauen Sie Expertise an der Schnittstelle von Klimawissenschaft, Treibhausgasbilanzierung, Regulierung und Software auf – eine seltene und zunehmend gefragte Kombination, etwa in der Beratung, der Nachhaltigkeit in Unternehmen und der Climate-Tech-Branche. Erfahrungen mit Audit- und Prüfprozessen, der Entwicklung von Standards und Produktentwicklung ergänzen sich dabei mit der Zeit.
Da Watershed in verschiedenen Märkten und Branchen tätig ist, bieten sich zudem Entwicklungsmöglichkeiten über Länder und Sektoren hinweg. Mit dem Wachstum des Unternehmens können Sie etwa Initiativen zu besonders sichtbaren Methodenfragen leiten, Watershed gegenüber Standardsetzern oder Auditoren vertreten und neue Teammitglieder als Mentorin oder Mentor unterstützen.
Mit welchen wichtigen Ansprechpartnern arbeiten Sie zusammen?
Am engsten arbeiten Sie mit Softwareentwicklerinnen und -entwicklern, Data Scientists und Produktmanagerinnen und -managern zusammen. Gemeinsam entwickeln Sie Features zu Methoden und prüfen deren Umsetzung. Die Zusammenarbeit ist eng und iterativ: Wissenschaftliche Überlegungen werden dabei mit den Anforderungen an das Produkt in Einklang gebracht. Das Methodology-Team bietet außerdem ein internes fachliches Umfeld für Reviews, die Festlegung von Standards und die Qualitätssicherung.
Eine weitere wichtige Gruppe sind Kolleginnen und Kollegen mit Kundenkontakt. Die Teams aus den Bereichen Go-to-Market und Kundenbetreuung sind darauf angewiesen, dass Sie methodische Entscheidungen verständlich erläutern – sei es gegenüber Unternehmenskunden, Auditoren oder Prüfern. Dabei geht es darum, technische und wissenschaftliche Details so zu vermitteln, dass sie kommerzielle Gespräche und Prüfprozesse unterstützen, ohne zu stark vereinfacht zu werden.
Über das Unternehmen hinaus stehen Sie wahrscheinlich auch mit Auditoren, Prüfern und gelegentlich mit wissenschaftlichen Fachleuten aus Forschung und Lehre in Kontakt, insbesondere wenn sich Standards ändern oder neue methodische Fragen auftauchen. Interne Ansprechpartner aus den Bereichen Produkt und Unternehmensführung verlassen sich ebenfalls auf Ihre Einschätzung zur wissenschaftlichen Korrektheit. So wird Ihre Position bei Watershed zu einer zentralen Anlaufstelle für methodische Entscheidungen.
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