In dieser Position verantworten Sie die Entwicklung und praktische Umsetzung von Sorgfalts- und Menschenrechtsrahmenwerken für Lieferanten im globalen Einkauf von Hempel. Sie entwickeln Methoden zur Risikobewertung, steuern Lieferantenprüfungen und Onboarding-Prozesse und arbeiten direkt mit Einkäufern und Lieferanten daran, soziale und ethische Risiken zu beheben.
Lieferketten für Beschichtungen und Spezialchemikalien stehen wegen der Beschaffung von Rohstoffen, der Arbeitsrechte und strenger internationaler Vorschriften wie der CSDDD besonders im Fokus. Indem Menschenrechtsprüfungen frühzeitig in die Einkaufsprozesse integriert werden, trägt diese Position dazu bei, ethische Grundsätze zu wahren, Lieferanten in die Verantwortung zu nehmen und soziale Risiken in vielfältigen, mehrstufigen Lieferketten konkret zu mindern.
Die Position passt zu einer Person, die fundierte Kenntnisse menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten mit einer praxisorientierten und kooperativen Arbeitsweise verbindet und Einkaufsteams sicher durch komplexe Lieferketten führt.
Job-FAQs
Was sind die zentralen Aufgaben und Verantwortlichkeiten dieser Position?
Die Hauptaufgabe des Procurement Sustainability Managers besteht darin, die Sorgfaltspflicht gegenüber Lieferanten und die Governance im Bereich Menschenrechte im gesamten globalen Lieferantennetzwerk des Unternehmens zu steuern, zu strukturieren und in die Praxis umzusetzen. Sie verantworten die Entwicklung durchgängiger Prüf-, Risikobewertungs- und Eskalationsverfahren, mit denen Menschenrechtsprobleme und Verstöße gegen ethische Standards vor und während der Zusammenarbeit mit Lieferanten erkannt werden.
Laufend bewerten Sie die wesentlichen Menschenrechtsrisiken in komplexen Rohstofflieferketten und arbeiten mit den Einkaufsteams an Korrekturmaßnahmen und Abhilfestrategien. Gleichzeitig stellen Sie sicher, dass sich die Einkaufsprozesse des Unternehmens reibungslos an neue internationale Sorgfaltspflichten und regulatorische Rahmenbedingungen anpassen.
Darüber hinaus sind Sie die interne Fachperson für dieses Thema: Sie schulen Einkäuferinnen und Einkäufer, entwickeln aussagekräftige KPIs zur Fortschrittsmessung bei der Sorgfaltspflicht und erheben belastbare Daten für externe Nachhaltigkeitsberichte und Anfragen von Kunden.
Wichtige Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten in dieser Position
Diese Position bietet Ihnen hervorragende Einblicke, um sich umfassende praktische Kenntnisse in der Umsetzung neuer verbindlicher Sorgfaltspflichten in Lieferketten anzueignen, darunter die EU-Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit (CSDDD) und das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Sie lernen, rechtliche Anforderungen in praxistaugliche Beschaffungsinstrumente und operative Standardprozesse zu übersetzen.
In der chemischen und industriellen Fertigung gewinnen Sie zudem fundierte technische Einblicke in komplexe, mehrstufige Lieferketten, die Rückverfolgung von Rohstoffen und menschenrechtliche Herausforderungen bei bestimmten Rohstoffen. Außerdem entwickeln Sie fortgeschrittene Methoden, um soziale Risiken in geografischen Märkten mit erhöhtem Risiko zu bewerten.
Darüber hinaus bietet die Position vielfältige Einblicke in die Zusammenarbeit mit den Bereichen Recht, Nachhaltigkeit und kommerzielles Kategorienmanagement. So bauen Sie Ihre Kompetenzen im unternehmensweiten Change-Management und in der Weiterentwicklung von Lieferanten deutlich aus.
Welche Erfahrung und Kompetenzen sollte die ideale Kandidatin oder der ideale Kandidat mitbringen?
Idealerweise verfügen Sie über mindestens fünf Jahre einschlägige Berufserfahrung in den Bereichen verantwortungsvolle Beschaffung, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten oder nachhaltiger Einkauf – in einem international tätigen Unternehmen oder einer einschlägigen Beratung. Ein fundierter akademischer Hintergrund in internationalem Recht, Menschenrechten, Nachhaltigkeitsmanagement oder Lieferketten ist ebenfalls typisch.
Fundierte Kenntnisse menschenrechtlicher Rahmenwerke, etwa der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und des OECD-Leitfadens zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht, sind unverzichtbar. Sie haben nachweislich Instrumente zur Risikobewertung, Auditprotokolle und Maßnahmen zur Einbindung von Lieferanten entwickelt.
Neben fachlicher Expertise sind herausragende Kommunikations- und Stakeholder-Management-Kompetenzen entscheidend. Sie verstehen es, Einkäufer und Lieferanten auch ohne Weisungsbefugnis zu überzeugen und komplexe Compliance-Anforderungen in konkrete, unternehmensgerechte Maßnahmen zu übersetzen.
Tipps, wie Sie sich von anderen Bewerbungen abheben und erfolgreich bewerben
Heben Sie sich mit konkreten Beispielen hervor, in denen Sie menschenrechtliche Rahmenwerke erfolgreich in operative Einkaufsprozesse überführt haben. Beschreiben Sie Nachhaltigkeit nicht nur allgemein, sondern zeigen Sie anhand spezifischer Beispiele, welche Sorgfaltsprozesse, Prüfkriterien oder Abhilfemaßnahmen Sie entwickelt und umgesetzt haben.
Machen Sie deutlich, dass Sie mit den Besonderheiten der Chemie- und Beschichtungsbranche vertraut sind und wissen, wo in vorgelagerten Lieferketten typischerweise Risiken für Arbeits- und Umweltstandards entstehen. Betonen Sie außerdem, dass Sie sowohl die europäischen regulatorischen Anforderungen als auch die praktischen Rahmenbedingungen der verschiedenen Einkaufsbereiche im Blick haben.
Erläutern Sie in Ihrem Anschreiben, wie Sie Veränderungen begleiten. Zeigen Sie, wie Sie kommerzielle Teams konstruktiv herausfordern und zugleich partnerschaftlich mit ihnen zusammenarbeiten, wenn diese Compliance möglicherweise als zusätzliche operative Belastung wahrnehmen.
Auf welche Nachhaltigkeitsthemen des Unternehmens wird sich diese Position voraussichtlich konzentrieren?
Die Position verbindet soziale Nachhaltigkeit mit verantwortungsvoller Lieferkettensteuerung. Auch wenn die Dekarbonisierung ein wichtiges Unternehmensziel bleibt, stehen hier vor allem die sozialen und Governance-Aspekte (S und G) von ESG im Mittelpunkt: faire Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Sicherheit, existenzsichernde Löhne sowie die Bekämpfung moderner Sklaverei in der gesamten Lieferkette.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt darauf, besonders relevante Menschenrechtsrisiken bei chemischen Rohstoffen, Verpackungen und indirekten Dienstleistungen zu erkennen. Sie entwickeln gezielte Sorgfaltsprozesse, um die Leistung von Lieferanten zu bewerten, die Einhaltung ethischer Standards zu überprüfen und die Wirkung von Gegenmaßnahmen nachzuverfolgen.
Zudem leistet die Position einen direkten Beitrag zu Transparenz und Compliance. So wird sichergestellt, dass das Unternehmen die Übereinstimmung seiner Beschaffungsaktivitäten mit strengen internationalen Menschenrechtsstandards und den Erwartungen seiner Stakeholder belegen kann.
Vor welchen Herausforderungen könnte man in dieser Position stehen?
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, neue Sorgfaltsprozesse bei den globalen Einkaufsverantwortlichen zu etablieren. Diese müssen enge Geschäftstermine, Preisschwankungen und Versorgungssicherheit mit einer konsequenten Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen in Einklang bringen. Dafür braucht es diplomatisches Geschick und Ausdauer, um Sorgfaltspflichten als Beitrag zum Werterhalt und nicht als bürokratische Hürde zu vermitteln.
Eine weitere Herausforderung ist die Transparenz in mehrstufigen Lieferketten. Detaillierte Daten und verifizierte Informationen zur menschenrechtlichen Leistung von Zulieferern in der chemischen Industrie zu erhalten, ist bekanntermaßen schwierig. Dafür sind kreative Bewertungsmethoden und Priorisierungsmodelle erforderlich.
Schließlich erfordert es kontinuierliche Beobachtung und flexible Anpassungen der Prozesse, mit einer sich wandelnden und uneinheitlichen Regulierung in verschiedenen Regionen Schritt zu halten – ohne die internen Teams zu überlasten.
Wie könnte ein typischer Arbeitstag in dieser Position aussehen?
Ein typischer Arbeitstag könnte mit der Prüfung eingehender Lieferanten-Risikoanalysen beginnen. Gemeinsam mit einer Kategorienmanagerin oder einem Kategorienmanager klären Sie dann mögliche Warnsignale bei einem neuen Rohstofflieferanten, der aufgenommen werden soll. Sie könnten einen maßgeschneiderten Maßnahmenplan erstellen oder vor Vertragsabschluss zu geeigneten Risikominderungsmaßnahmen beraten.
Mittags könnten Sie praxisnahe Schulungsmodule für regionale Einkaufsteams entwickeln. Dabei vermitteln Sie, wie sich besonders relevante Menschenrechtsrisiken bei Vor-Ort-Besuchen bei Lieferanten erkennen lassen und wie die entsprechenden Sorgfaltsplattformen genutzt werden.
Am Nachmittag könnten Sie sich mit den Nachhaltigkeits- und Rechtsteams zu Kennzahlen für die Vorbereitung auf bevorstehende regulatorische Vorgaben austauschen, Ergebnisse von Lieferantenaudits auswerten oder Unterlagen für einen wichtigen Industriekunden zusammenstellen, der die Herkunft seiner Lieferketten nachvollziehen möchte.
Welche Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bietet diese Position?
Da Sorgfaltspflichten in Lieferketten weltweit immer stärker in Gesetzen und Unternehmensprozessen verankert werden, bietet Ihnen die Vertiefung dieses Fachgebiets in einem großen Industrieunternehmen ausgezeichnete langfristige Karriereperspektiven. Sie etablieren sich als gefragte Fachkraft für Menschenrechte in Lieferketten und regulatorische Compliance.
Von dieser Position aus können sich weitere Karriereschritte in leitende Funktionen ergeben, etwa als Head of Responsible Sourcing, Global Sustainable Procurement Director oder in einer übergreifenden Führungsrolle für ESG-Governance und Compliance.
Dank der bereichsübergreifenden Sichtbarkeit der Position sind auch Wechsel in die strategische Beschaffung, das unternehmensweite Risikomanagement oder die Nachhaltigkeitsstrategie möglich.
Mit welchen wichtigen Stakeholdern werden Sie voraussichtlich zusammenarbeiten?
Im Arbeitsalltag arbeiten Sie besonders eng mit den globalen Einkaufsteams und dem Kategorienmanagement zusammen. Gemeinsam mit Beschaffungsspezialisten, Einkäufern und Lieferantenmanagern verankern Sie Nachhaltigkeitskriterien in täglichen Einkaufsentscheidungen und Lieferantenprüfungen.
Intern stimmen Sie sich intensiv mit den zentralen Bereichen Nachhaltigkeit, Recht, Compliance und Qualität ab, um ein einheitliches Vorgehen bei Risikoschwellen, Unternehmensverpflichtungen und vorgeschriebenen regulatorischen Berichten sicherzustellen.
Extern stehen Sie in direktem Austausch mit Rohstoff- und Dienstleistungslieferanten, führen Bewertungen durch, prüfen Audits und verfolgen Abhilfeprogramme. Gelegentlich arbeiten Sie auch mit Auditdienstleistern und branchenweiten Arbeitsgruppen zusammen.
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