Sie verantworten die Verknüpfung von ESG-Vorgaben mit dem integrierten Managementsystem des Unternehmens: Sie übersetzen die Anforderungen des EU Green Deal und weitere regulatorische ESG-Vorgaben in Standards auf Prozessebene und stellen sicher, dass ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001, ISO 50001 und ISO 22301 mit diesen Verpflichtungen im Einklang bleiben. Im Alltag beraten Sie Prozessverantwortliche, führen Audits und Managementbewertungen durch und verbessern Geschäftsprozesse, damit Nachhaltigkeitsanforderungen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch praktisch umgesetzt werden.
Bei G+D Louisenthal geht es um Banknotenpapier und Sicherheitsmerkmale – in einem Geschäft, in dem Ressourcennutzung, der Umgang mit Chemikalien und Energieverbrauch zum betrieblichen Alltag gehören. ESG im Managementsystem zu verankern, macht Nachhaltigkeitsversprechen des Unternehmens überprüfbar und bietet den Prozessverantwortlichen einen praktikablen Weg, regulatorische Vorgaben in ihre tägliche Arbeit zu übertragen.
Die Position passt zu jemandem, der sich sowohl in normativen Regelwerken als auch in der Prozessgestaltung sicher bewegt, in derselben Woche eine Diskussion mit einem externen Auditor und einer Produktionsleitung moderieren kann und lieber Arbeitsabläufe verbessert, als Richtlinien zu verfassen.
Job-FAQs
Was sind die zentralen Aufgaben und Verantwortlichkeiten dieser Rolle?
Im Mittelpunkt der Aufgabe steht, ESG-Prinzipien im integrierten Managementsystem von G+D Louisenthal zu verankern, damit sie Teil der Geschäftsprozesse sind und nicht separat behandelt werden. Dazu gehört, regulatorische und rechtliche ESG-Anforderungen – einschließlich der Verpflichtungen aus dem EU Green Deal – in konkrete Anforderungen an das Managementsystem und die Prozesse zu übersetzen und ihre Umsetzung im gesamten Unternehmen zu begleiten.
Eine weitere zentrale Aufgabe ist die Konformität und Abstimmung über fünf Normen hinweg: ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001, ISO 50001 und ISO 22301. Sie prüfen, ob ESG-Verpflichtungen mit den Anforderungen dieser Standards vereinbar sind, beraten und unterstützen Prozessverantwortliche bei der Umsetzung und der laufenden Einhaltung und analysieren sowie optimieren Geschäftsprozesse mit Blick auf Transparenz, Effizienz und Nachhaltigkeit.
Langfristig umfasst die Rolle auch die Verantwortung für Audits und Managementbewertungen in Zusammenarbeit mit internen und externen Auditoren sowie der Unternehmensleitung. Hinzu kommt die kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems durch Schulungen, Sensibilisierungsmaßnahmen, Nachhaltigkeitsinitiativen und die Digitalisierung von IMS-Prozessen. Übergeordnetes Ziel ist es, Nachhaltigkeit, Compliance und operative Exzellenz in einem funktionierenden Rahmen zusammenzuführen.
Welche wichtigen Lernmöglichkeiten bietet diese Stelle?
Die Rolle bietet umfassende Einblicke in die Integration mehrerer Normen: Gleichzeitig mit Standards aus den Bereichen Qualität, Umwelt, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Energie und Geschäftskontinuität zu arbeiten, ist eine Qualifikation, die nur wenige Nachhaltigkeitsfachleute in einer einzigen Position erwerben. Sie gewinnen voraussichtlich praktische Kenntnisse darüber, wie das Energiemanagement nach ISO 50001 und die Anforderungen zur Geschäftskontinuität nach ISO 22301 in einem industriellen Umfeld mit Umwelt- und Qualitätsmanagementsystemen zusammenspielen.
Da in der Stellenausschreibung der EU Green Deal ausdrücklich genannt wird, können Bewerberinnen und Bewerber damit rechnen, fundierte Kenntnisse der europäischen ESG-Regulierung und ihrer Übertragung in betriebliche Prozessanforderungen aufzubauen – ein zunehmend gefragtes Profil für Aufgaben in den Bereichen Berichterstattung und Compliance. Die Beratung von Prozessverantwortlichen und die Begleitung von Audits vermitteln zudem praktische Erfahrung mit der Auditvorbereitung, der Entwicklung von Korrekturmaßnahmen und Managementbewertungen.
Wenn der Schwerpunkt auf LEAN Six Sigma weiterverfolgt wird, lassen sich Methoden zur Prozessverbesserung mit ESG-Zielen verbinden. Das vom Unternehmen angebotene Schulungsprogramm bietet zudem die Möglichkeit, formale Zertifizierungen zu erwerben. Die Digitalisierung von IMS-Prozessen kann das Profil außerdem um Kompetenzen im Bereich Tools und Daten erweitern.
Wie sieht die ideale Kandidatin oder der ideale Kandidat aus (Erfahrung und Kompetenzen)?
Die Stellenausschreibung setzt einen Hochschulabschluss in Betriebswirtschaft, Umweltmanagement, Ingenieurwesen, Qualitätsmanagement, Chemie oder einem vergleichbaren Fach sowie mehrere Jahre Berufserfahrung in einem internationalen Unternehmensumfeld voraus. Besonders passend sind Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement, integrierte Managementsysteme, Regulatory Affairs oder Geschäftsprozessmanagement. Wer ausschließlich im ESG-Reporting tätig war und keine Erfahrung mit Managementsystemen mitbringt, sollte zeigen können, wie die eigene Arbeit mit ISO-Prozessen zusammenhing.
Fachlich werden fundierte Kenntnisse der Normen ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001 vorausgesetzt. Kenntnisse zu ISO 50001 und Business Continuity Management sind von Vorteil. Ebenfalls ausdrücklich gefragt sind ein Verständnis der regulatorischen und strategischen Anforderungen des EU Green Deal und ihrer Umsetzung in Unternehmensprozesse sowie Erfahrung in der Optimierung von Geschäftsprozessen und in der Leitung von Projekten in komplexen Organisationen. Eine LEAN-Six-Sigma-Black-Belt-Zertifizierung ist ein Plus.
Auch die persönlichen Kompetenzen zählen: analytisches und prozessorientiertes Denken, ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit und professionelles Stakeholdermanagement sowie die Fähigkeit, selbstständig und in internationalen, funktionsübergreifenden Teams zu arbeiten. Fließende Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift sind erforderlich – passend zu einer Rolle, die sowohl mit dem lokalen Betrieb als auch mit internationalen Systemen zusammenarbeitet.
Tipps, um sich von anderen Bewerberinnen und Bewerbern abzuheben und erfolgreich zu bewerben
Machen Sie Ihre Passung zu den einzelnen Normen konkret. Statt ISO-Normen lediglich in einer Kompetenzliste aufzuführen, beschreiben Sie ein oder zwei Situationen, in denen Sie Anforderungen mehrerer Normen miteinander in Einklang gebracht haben – zum Beispiel, indem Sie ein Umweltaspektregister mit Energiezielen verknüpft oder Arbeitsschutzmaßnahmen in einen Qualitätsprozess integriert haben. Konkrete Prozesse und messbare Ergebnisse überzeugen mehr als allgemeine Aussagen zu Ihren Kenntnissen.
Da es in der Rolle darum geht, Anforderungen in die Praxis zu übersetzen, sollten Sie ein konkretes Beispiel dafür nennen, wie Sie eine regulatorische Vorgabe in eine Prozessänderung überführt haben, die von den Prozessverantwortlichen tatsächlich übernommen wurde. Falls Sie mit Verpflichtungen aus dem EU Green Deal oder vergleichbaren Vorschriften gearbeitet haben, nennen Sie diese und erläutern Sie, was sich dadurch im Unternehmen verändert hat. Erwähnen Sie bei LEAN Six Sigma nicht nur eine Zertifizierung, sondern vor allem auch eine von Ihnen geleitete Prozessverbesserung.
Gehen Sie im Anschreiben auf die Zweisprachigkeit der Rolle ein: Wenn Sie sich für den Standort Gmund bewerben, schreiben Sie auf Deutsch. Halten Sie das Anschreiben kurz und erklären Sie konkret, warum ein integriertes Managementsystem der richtige Ort für ESG in einem Industrieunternehmen ist. Bereiten Sie sich im Vorstellungsgespräch darauf vor, über Ihre Erfahrungen mit Auditfeststellungen, den Umgang mit Prozessverantwortlichen, die sich gegen neue Anforderungen sträuben, und Ihre Ideen zur Digitalisierung von IMS-Abläufen zu sprechen.
Auf welche Aspekte der Nachhaltigkeit im Unternehmen dürfte sich diese Rolle konzentrieren?
Die Rolle bewegt sich an der Schnittstelle von Umwelt- und Governance-Themen, nicht im Bereich der Philanthropie. ISO 14001 für Umweltmanagement und ISO 50001 für Energiemanagement deuten auf Themen wie Ressourcennutzung, Emissionen und Energieeffizienz in der Banknotenpapierproduktion hin – einem prozessintensiven Geschäft, in dem Wasser, Chemikalien und Energie eine wesentliche Rolle spielen. Die ESG-Arbeit dürfte diese betrieblichen Themen mit den regulatorischen Verpflichtungen aus dem EU Green Deal verknüpfen.
Der zweite Schwerpunkt liegt auf Governance: Die Konformität der Managementsysteme, Auditbereitschaft, Managementbewertungen und Prozessdokumentation sorgen dafür, dass Nachhaltigkeitszusagen überprüfbar werden. Soziale Aspekte kommen über ISO 45001 für Arbeits- und Gesundheitsschutz ins Spiel. Die Norm ist Teil des integrierten Systems und fällt damit in den Konformitätsbereich der Rolle.
Weniger klar geht aus der Ausschreibung hervor, wie stark die externe Berichterstattung – etwa die durch CSRD-Anforderungen geprägte Offenlegung – zum Aufgabenbereich gehört. Die Übersetzung regulatorischer ESG-Vorgaben könnte jedoch eine Verbindung dazu herstellen. Im Mittelpunkt steht offenbar, Nachhaltigkeit prüfbar und fest in Prozessen zu verankern – nicht, Kommunikationskampagnen oder Gemeinschaftsprogramme zu organisieren.
Vor welchen großen Herausforderungen könnte man in dieser Rolle stehen?
Die größte Herausforderung dürfte darin bestehen, fünf Normen um eine ESG-Ebene zu ergänzen, ohne ein sechstes paralleles System aufzubauen. Jede Norm hat ihre eigene Terminologie, ihren Auditzyklus und ihre Dokumentationspraxis. Prozessverantwortliche empfinden neue Anforderungen zudem häufig als zusätzliche Bürokratie. Dafür zu sorgen, dass das integrierte System tatsächlich integriert bleibt und nicht zu einer Sammlung sich überschneidender Ordner wird, erfordert kontinuierliche Abstimmung.
Regulatorische ESG-Anforderungen, insbesondere aus dem EU Green Deal, entwickeln sich ständig weiter und richten sich oft eher an Reportingteams als an Fachleute für Managementsysteme. Sie in Prozessanforderungen zu übersetzen, die der Betrieb akzeptiert und die zugleich einer Prüfung standhalten, verlangt viel Urteilsvermögen. In einer Produktionsumgebung, in der der Ausstoß im Vordergrund steht, können Fortschritte zudem langsam sein.
Eine weitere Herausforderung liegt in der Schnittstellenfunktion der Rolle: Sie trägt Verantwortung für Konformität und Beratung, ist bei der Umsetzung jedoch auf Prozessverantwortliche und Führungskräfte angewiesen. Es gilt, den betrieblichen Alltag auf Deutsch mit der Kommunikation auf Englisch mit Konzernteams und Auditoren zu verbinden und Audits sowie Managementbewertungen konstruktiv statt defensiv zu gestalten. Dafür ist kontinuierliche Stakeholderarbeit gefragt.
Wie könnte ein typischer Arbeitstag in dieser Position aussehen?
Der Tag könnte mit der Prüfung von Auditfeststellungen oder offenen Korrekturmaßnahmen beginnen. Anschließend könnte eine Arbeitssitzung mit einer oder einem Prozessverantwortlichen folgen, um eine neue ESG-Anforderung in den jeweiligen Arbeitsablauf zu übertragen. Wahrscheinlich gehören auch die Prüfung von Dokumenten, der Abgleich von Verfahren und Registern mit den aktuellen Anforderungen der Normen ISO 9001, 14001, 45001, 50001 oder 22301 sowie die Abstimmung offener Maßnahmen mit Kolleginnen und Kollegen dazu.
Regelmäßig stehen Gespräche mit internen oder externen Auditoren und die Vorbereitung von Managementbewertungen an. Hinzu kommen Abstimmungen mit der Führungsebene dazu, wie Nachhaltigkeitsziele zur Unternehmensstrategie passen. Projekte zur Prozessoptimierung oder zur Digitalisierung von IMS-Abläufen nehmen ebenfalls Zeit in Anspruch, ergänzt durch gelegentliche Schulungen oder Informationsveranstaltungen für Mitarbeitende.
Der Arbeitsalltag dürfte sich je nach Auditkalender und regulatorischen Fristen verändern: Die Wochen vor einem externen Audit oder einer Managementbewertung sehen wahrscheinlich ganz anders aus als ruhigere Phasen der Prozessentwicklung. Die Tätigkeit findet offenbar überwiegend am Standort Gmund statt, mit der Möglichkeit zu mobilem Arbeiten und internationalem Austausch.
Welche Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bietet diese Rolle?
Die Rolle ist auf Senior-Level angesiedelt und bietet vielfältige bereichsübergreifende Kontakte. Durch Managementbewertungen und Audits entsteht ein direkter Austausch mit der Führungsebene. Denkbare nächste Schritte sind umfassendere Führungsaufgaben im Bereich Nachhaltigkeit oder ESG bei G+D Louisenthal beziehungsweise in der gesamten G+D-Gruppe. Je nach persönlichen Stärken kann sich auch ein Wechsel in Regulatory Affairs oder Business Excellence anbieten.
Das integrierte Managementsystem umfasst Qualität, Umwelt, Sicherheit, Energie und Kontinuität. Die Position kann daher als Sprungbrett in spezialisierte Bereiche wie Energiemanagement, Business Continuity oder Compliance dienen. Die Leitung von Prozessoptimierungsprojekten und mögliche LEAN-Six-Sigma-Arbeit können zudem den Weg in Funktionen im Bereich Operational Excellence ebnen.
Die Entwicklungsmöglichkeiten hängen auch davon ab, wie weit das Unternehmen die ESG-Integration vorantreiben möchte. Wenn es zu einer formalen externen Nachhaltigkeitsberichterstattung übergeht, wäre die Person in dieser Rolle gut aufgestellt, diesen Aufgabenbereich zu übernehmen – ein bedeutender Schritt für das eigene Profil.
Die wichtigsten Stakeholder, mit denen Sie zusammenarbeiten könnten
Am engsten arbeiten Sie mit den Prozessverantwortlichen in den verschiedenen Unternehmensbereichen zusammen. Sie müssen ESG-relevante Anforderungen in ihren Zuständigkeitsbereichen umsetzen und dauerhaft einhalten. Die Rolle berät und unterstützt sie. Das bedeutet regelmäßigen, mitunter überzeugungsintensiven Austausch mit Verantwortlichen für Produktions-, Verwaltungs- und Unterstützungsprozesse – nicht nur mit Fachleuten für Nachhaltigkeit.
Eine zweite wichtige Gruppe ist die Führungsebene, mit der Sie sich im Rahmen von Managementbewertungen und Nachhaltigkeitsinitiativen sowie über die Festlegung von ESG-Zielen austauschen. Als dritte Gruppe kommen interne und externe Auditoren hinzu. Die Rolle begleitet Audits und überführt deren Feststellungen in konforme Verbesserungen. Die Zusammenarbeit ist daher sowohl partnerschaftlich als auch von genauer Prüfung geprägt.
Darüber hinaus ist angesichts der Konzernstruktur und der geforderten Zweisprachigkeit mit Kontakten zu internationalen, bereichsübergreifenden Teams innerhalb von G+D zu rechnen. Indirekt kann es auch Berührungspunkte mit Regulierungs- oder Normungsstellen geben, etwa bei der Auslegung von Anforderungen des EU Green Deal und der ISO-Normen. Das Spektrum ist breit, aber überwiegend unternehmensintern; die wichtigsten externen Ansprechpartner sind Auditoren.
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