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PhD Candidate in Social Criteria Driven Absolute Environmental Sustainability Assessment

Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) • Luxemburg • Added on Oct 24, 2026
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Diese Promotionsstelle ist Teil der C-SOS Doctoral Training Unit. Sie erforschen, wie sich planetare Grenzen und ökologische Tragfähigkeit anhand sozialer Mindeststandards verteilen lassen – statt sich dabei allein auf Emissionen oder wirtschaftliche Formeln zu stützen. Sie entwickeln und pflegen ein dynamisches Systemmodell, prüfen Verteilungsszenarien für Luxemburg und vergleichbare kleine Gebiete und veröffentlichen begutachtete Forschungsergebnisse.

Der Ansatz ist klar umrissen und hochaktuell: ökologische Belastungsgrenzen mit sozialen Mindeststandards als Teile eines voneinander abhängigen Systems zu verbinden, gestützt auf Postwachstum, Suffizienz und Doughnut Economics. Die Ergebnisse sollen konkrete Entscheidungen auf Gebietsebene unterstützen – in einem Land mit einem der weltweit größten Umweltfußabdrücke pro Kopf. So hat die Forschung einen direkten Bezug zu Politikgestaltung und Wohlergehen.

Die Stelle eignet sich für jemanden mit fundierten Kenntnissen in der quantitativen Umweltmodellierung (Python, MRIO, prospektive Ökobilanzierung/LCA), der oder die vier Jahre lang Theorien zu Postwachstum und Suffizienz in konkrete Instrumente für die Raumplanung überführen möchte – gemeinsam mit einer interdisziplinären Gruppe aus zwölf Promovierenden.

Job-FAQs

Was sind die wichtigsten Aufgaben und Verantwortlichkeiten in dieser Position?

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines methodischen Rahmens, der ökologische Grenzen und soziale Grundbedürfnisse als ein zusammenhängendes, wechselseitig abhängiges System betrachtet. Dazu prüfen Sie bestehende Methoden zur Zuteilung der Tragfähigkeit und zur Übertragung planetarer Grenzen auf kleinere Maßstabsebenen. Berücksichtigt werden dabei Zuteilungsansätze auf Grundlage von Wirtschaftskraft und Emissionen, Suffizienzansätze sowie Konzepte der Donut-Ökonomie. Ziel ist es, diese Ansätze in ein praktisch anwendbares Verfahren zu überführen. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, ein dynamisches Systemmodell aufzubauen und weiterzuentwickeln, mit dem sich einzelne und kombinierte Zuteilungsszenarien testen lassen. Sie wenden den Rahmen auf Luxemburg und vergleichbare kleine Gebiete an. Dabei nutzen Sie Technologieziele des Green Deal, Standards für ein angemessenes Leben (Decent Living Standards) und Versorgungssysteme, um ökologische Belastungsgrenzen abzuschätzen, die an sozialen Schwellenwerten ausgerichtet sind. Neben der Modellierung umfasst die Position Veröffentlichungen in peer-reviewten Fachzeitschriften, Vorträge auf internationalen Konferenzen sowie Beiträge zu den Schulungsangeboten und Veranstaltungen für Interessengruppen von C-SOS. Die Zusammenarbeit mit den anderen Promovierenden – insbesondere mit jenen, die sich mit sozialen Grundlagen, Lebensqualität und Wirtschaftssystemen beschäftigen – ist ausdrücklich Teil der Aufgabe.

Wichtige Lernmöglichkeiten in dieser Position

Sie erwerben fundierte methodische Kenntnisse in der Übertragung planetarer Grenzen auf kleinere Maßstabsebenen und der Zuteilung der Tragfähigkeit – einem Bereich, für den es bislang nur wenige praxisorientierte Rahmenwerke gibt. Dazu gehören multiregionale Input-Output-Analysen, prospektive Ökobilanzierung (LCA) und szenariobasierte Nachhaltigkeitsmodellierung. Außerdem entwickeln Sie mit Python modulare Forschungswerkzeuge weiter, die Sie über einen Zeitraum von vier Jahren betreuen. Da das DTU LIST, die Universität Luxemburg, LISER und STATEC umfasst, erhalten Sie außerdem Einblicke in sozioökonomische Politikanalysen und Statistik, die eine rein umweltwissenschaftliche Promotion nicht bieten würde. Die Zusammenarbeit mit zwölf Promovierenden aus den Sozial-, Wirtschafts- und Umweltwissenschaften stärkt Ihre Fähigkeit, zwischen verschiedenen Fachgebieten zu vermitteln. Das strukturierte C-SOS-Schulungsprogramm umfasst Workshops, praktische Erfahrungen im Austausch mit Interessengruppen und wissenschaftliches Schreiben. Vorträge auf internationalen Konferenzen und Veröffentlichungen in peer-reviewten Fachzeitschriften stärken sowohl Ihr wissenschaftliches Profil als auch Ihre Fähigkeit, Nachhaltigkeitsforschung einem nicht fachkundigen Publikum verständlich zu vermitteln.

Wie sieht das ideale Profil aus (Erfahrung und Kompetenzen)?

Voraussetzung ist ein Masterabschluss in einem quantitativen Fachgebiet mit Bezug zur ökologischen Nachhaltigkeit, etwa Industrieökologie, Umwelt- oder Ökologische Ökonomik, Umweltingenieurwesen oder Computational Social Science. Sie sollten über fundierte akademische Kenntnisse der planetaren Grenzen, der Donut-Ökonomie sowie der Postwachstums- und Degrowth-Literatur verfügen und mit Ansätzen zu angemessenen Lebensstandards (Decent Living Standards) und Lebensqualität vertraut sein. Auf der technischen Seite sind sehr gute Python-Kenntnisse erforderlich. Außerdem sollten Sie mit multiregionalen Input-Output-Analysen oder vergleichbaren gesamtwirtschaftlichen Modellierungen vertraut sein und statistische Methoden auf große Umwelt- und Sozialdatensätze anwenden können. Erfahrung mit dynamischer Systemmodellierung ist wichtig – alternativ sollten Sie bereit sein, sich rasch in diesen Bereich einzuarbeiten. Kenntnisse in prospektiver Ökobilanzierung oder szenariobasierter Nachhaltigkeitsmodellierung sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung. Auch Ihre persönlichen Fähigkeiten zählen: gefragt sind intellektuelle Neugier für die Schnittstelle von Umweltwissenschaften, Wirtschaft und Wohlbefinden, die Fähigkeit, selbstständig in einem kooperativen Team zu arbeiten, und ein sicherer wissenschaftlicher Schreibstil. Englischkenntnisse sind erforderlich; Französisch, Deutsch oder Luxemburgisch sind im Kontext der Großregion von Vorteil.

Tipps, um sich mit einer überzeugenden Bewerbung hervorzuheben

Die Stellenausschreibung beschreibt ungewöhnlich genau, worauf das Auswahlkomitee achten wird. Verfassen Sie Ihr Motivationsschreiben daher eher als Forschungskonzept denn als allgemeines Anschreiben. Erläutern Sie, wie Sie die Frage angehen würden, ökologische Grenzen mit einem sozialen Fundament zu verbinden, und nennen Sie konkrete Verteilungs- oder Downscaling-Methoden, mit denen Sie bereits gearbeitet haben. Allgemeine Begeisterung für Nachhaltigkeit wird Sie hier nicht von anderen Bewerberinnen und Bewerbern abheben. Machen Sie in Ihrem wissenschaftlichen Lebenslauf Ihre quantitative Arbeit sichtbar: Python-Projekte, Erfahrung mit MRIO oder Ökobilanzierung (LCA), verwendete Datensätze sowie von Ihnen entwickelte oder gepflegte Modellierungscodes. Wenn Sie sich eingehend mit der Postwachstums-, Suffizienz- und Doughnut-Economics-Literatur beschäftigt haben, erläutern Sie, welche Ansätze Ihr Denken prägen und wo Sie Forschungslücken sehen, zu denen die Promotion beitragen könnte. Klären Sie die zwei Referenzen frühzeitig, da ihre Kontaktdaten bereits bei der Bewerbung erforderlich sind. Informieren Sie sich außerdem rechtzeitig über die Anerkennung ausländischer Abschlüsse durch die Universität Luxemburg und die geforderte Englischbescheinigung auf B2-Niveau – beides kann Zeit in Anspruch nehmen. Die Bewerbungen werden laufend geprüft, bis die Stelle besetzt ist. Es ist daher sinnvoll, sich möglichst bald zu bewerben, statt auf einen vermeintlichen Stichtag zu warten.

Auf welche Aspekte der Nachhaltigkeit im Unternehmen dürfte sich diese Stelle konzentrieren?

Die Stelle befasst sich unmittelbar mit der Bewertung absoluter ökologischer Nachhaltigkeit. Dabei geht es darum, ob ein Gebiet innerhalb seines fairen Anteils an den planetaren Grenzen wirtschaftet – und nicht nur darum, die Auswirkungen pro Produktionseinheit zu verringern. Im Mittelpunkt steht die methodische Verbindung zwischen ökologischen Belastungsgrenzen und sozialen Mindeststandards, damit die Verteilung der ökologischen Tragfähigkeit nicht allein anhand von Emissionen oder wirtschaftlichen Kennzahlen erfolgt. Luxemburg dient als Untersuchungsfall. Der Pro-Kopf-Umweltfußabdruck des Landes zählt weltweit zu den größten. Zugleich beruht sein Wohlstand auf grenzüberschreitendem Pendelverkehr, importierter Energie und einem hohen Druck auf die Flächennutzung. Der Zielkonflikt zwischen Wohlergehen und ökologischen Grenzen ist hier also konkret und nicht bloß theoretisch. Die Anwendung des Rahmenwerks auf Luxemburg und vergleichbare kleine Gebiete schafft einen direkten Bezug zu Politikgestaltung und Raumplanung. Im SUSTAIN-Bereich des LIST fließt die Arbeit in übergeordnete Themen wie Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung und nachhaltige Innovation ein. Die soziale Dimension – also Schwellenwerte für einen angemessenen Lebensstandard und Lebensqualität – ist Bestandteil der ökologischen Bewertung und keine nachträglich angefügte, eigenständige soziale Säule.

Vor welchen besonderen Herausforderungen könnte man in dieser Position stehen?

Die größte intellektuelle Herausforderung ist die Begriffsbestimmung: Was gilt als soziales Fundament, und wie lässt sich die ökologische Tragfähigkeit daran ausgerichtet verteilen, ohne willkürliche Werturteile einzuschleusen? Die Stellenausschreibung nennt dies ausdrücklich als offene Forschungsfragen. Das zeigt, dass die Antworten umstritten sein dürften und Fortschritte möglicherweise nur schrittweise und iterativ erzielt werden. Auch die Modellierung bringt Schwierigkeiten mit sich. Ein dynamisches Systemmodell zu entwickeln, das verschiedene Verteilungsansätze für mehrere Dimensionen der planetaren Grenzen abbildet und zugleich sichtbar macht, welche sozialen Ergebnisse pro Einheit ökologischer Belastung erzielt werden, ist technisch anspruchsvoll. Die Datenlage für kleine Gebiete wie Luxemburg kann die Validierung einschränken; außerdem müssen die Ergebnisse mit der gebotenen Transparenz und unter Berücksichtigung ihrer Unsicherheit kommuniziert werden. Die Zusammenarbeit in einer zwölfköpfigen Gruppe aus Sozial-, Wirtschafts- und Umweltwissenschaften erfordert zudem Geduld im Umgang mit unterschiedlichen Fachsprachen und Beweisstandards. Hinzu kommen die feste Laufzeit von vier Jahren, der Publikationsdruck sowie die Pflicht, sich selbst für das Studium einzuschreiben und die Einschreibegebühren zu finanzieren. In dieser Position sind Organisationstalent und Erkenntnisfähigkeit gleichermaßen gefragt.

Wie könnte ein typischer Arbeitstag in dieser Position aussehen?

Einen großen Teil der Zeit würde man am Schreibtisch in Belvaux verbringen: Python-Code schreiben, Modellszenarien durchrechnen und Literatur zu Postwachstum, Suffizienz und Doughnut Economics lesen. Ein typischer Tag könnte damit beginnen, Fehler zu beheben oder das dynamische Systemmodell zu erweitern, anschließend Umwelt- und Sozialdatensätze aufzubereiten und auszuwerten und schließlich Methoden oder Ergebnisse für eine Publikation oder ein Kapitel der Dissertation festzuhalten. Die Zusammenarbeit variiert je nach Projektphase. Es gibt regelmäßigen Austausch mit der Betreuung am LIST und dem SUSTAIN-Bereich sowie wiederkehrende Treffen mit der gesamten C-SOS-Gruppe. Dazu gehören auch Forschende, die sich mit sozialem Fundament und Lebensqualität befassen – ihre Begriffsbestimmungen sind für die Verteilungsarbeit entscheidend. In manchen Wochen stehen Schulungen, Workshops oder Veranstaltungen mit relevanten Akteuren im Mittelpunkt. In späteren Phasen kommen die Vorbereitung von Konferenzbeiträgen, Präsentationsproben und Überarbeitungsrunden für begutachtete Publikationen hinzu. Der Arbeitsrhythmus entspricht eher der Forschung im Rahmen einer Promotion als einer Nachhaltigkeitsfunktion in einem Unternehmen: längere Phasen eigenständiger Arbeit, unterbrochen von Zusammenarbeit und externen Fristen.

Welche Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bietet diese Stelle?

Das unmittelbare Ziel ist eine Promotion an der Universität Luxemburg. Sie eröffnet akademische Karrierewege in der Nachhaltigkeitswissenschaft, der ökologischen Ökonomie und der Industrieökologie. Die methodische Spezialisierung auf die Bewertung absoluter ökologischer Nachhaltigkeit ist ein wachsendes Fachgebiet, in dem die Nachfrage das Angebot an entsprechend qualifizierten Forschenden derzeit übersteigt. Auch außerhalb der Wissenschaft lassen sich die erworbenen Kompetenzen in der Politikberatung, bei statistischen Ämtern und in Beratungsunternehmen einsetzen, die sich mit Nachhaltigkeitszielen für bestimmte Gebiete befassen. Zum Konsortium gehören STATEC und LISER. Dadurch erhalten Sie Einblicke in den öffentlichen Sektor und die sozioökonomische Forschung; die Einbindung relevanter Akteure hilft zudem, ein Netzwerk außerhalb der Universität aufzubauen. Während der vier Jahre können Sie sichtbare Ergebnisse erzielen: in begutachteten Fachzeitschriften veröffentlichen, auf internationalen Konferenzen vortragen und zur gemeinsamen Forschungsagenda beitragen, wie Luxemburg innerhalb seines fairen Anteils an den planetaren Grenzen wirtschaften kann. Im Promotionskontext zählen solche Ergebnisse mehr als interne Beförderungen.

Mit welchen zentralen Akteuren könnten Sie zusammenarbeiten?

Die wichtigste Zusammenarbeit besteht mit dem Betreuer am LIST, Dr. Enrico Benetto, und dem Bereich Environmental Sustainability Assessment and Circularity, der das Forschungsumfeld und die methodischen Standards prägt. Die Universität Luxemburg ist für die Einschreibung zur Promotion und den Rahmen der Promotionsschule zuständig. Daher gehören administrative und akademische Ansprechpersonen dort zum regelmäßigen Arbeitsumfeld. Den zweiten Kreis bildet das C-SOS-Konsortium: andere Promovierende, insbesondere zu den Themen soziales Fundament, Lebensqualität und Wirtschaftssysteme, sowie Forschende bei LISER und STATEC. Hier geht es um Zusammenarbeit auf Augenhöhe und darum, gemeinsame Begriffe auszuhandeln und zu einer übergreifenden Forschungsagenda beizutragen – nicht darum, einfach Anweisungen entgegenzunehmen. Zum weiteren Umfeld gehören externe Zielgruppen: Gutachterinnen und Gutachter, Konferenzteilnehmende sowie Akteure aus Politik und Raumplanung, die an Veranstaltungen des C-SOS teilnehmen. Dabei geht es vor allem darum, Ergebnisse der Modellierung so zu vermitteln, dass auch Personen ohne Modellierungshintergrund und Entscheidungstragende sie nutzen können.

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